Sitze hier im Little Buddha Restaurant ( wird im Lonely Planet Reiseführer empfohlen, daher gut besucht ) nach dem Mittagessen, eigentlich ein spates Fruehstuck, bei einem kraeftigen Kaffee mit dem Smartphone in der Hand. Im Hintergrund psychedelische Soundschleifen und Stimmengemenge. Meine beiden Resebegleiterinnen sind erstmal weiter gezogen, und ich nutze die Gelegenheit, einer kreativen Mußestunde, um heute mal wieder als Zeitverdichter in Erscheinung treten zu dürfen…

Also die Anfahrt, von Delhi, hat uns, ich muss es gestehen, einiges abverlangt. Immer wieder Staus, durch Unfälle oder sonstiger Widrigkeiten hervorgerufen. Der Ausblick auf die nächtliche Umgebung in Delhi, diesem Moloch aus Beton, Schmutz und Verkehr, diese drei Komponenten dominieren, eindeutig, ist eindrucksvoll und deprimierend. Riesige unästhetisch e Stahlbeton -bauten, Brücken, Hochhäuser, Neubauskelette, dazwischen Müll, und Baumaterialien ect, kilometerweit. Die heiligen Kühe, die in Indien vielerorts das Strassenbild prägen, kann ich hier nirgends entdecken, sie hätten keine Überlebenschanche. Die Menschheit benimmt sich wie ein Krebsgeschwür auf der Erde, das sieht unheilvoll aus, wie einem kranken Geist entsprungen, hab ich gedacht, beim passieren der urbanen Randbezirke.

Mehrmals gab es halbstündige Verkehrsstaus, und das in der Nacht, was mag hier tagsüber los sein? Unser Fahrer blieb gelassen, während wir  versuchten, es ihm gleich zu tun. Wir befanden uns in einem immerwaehrenden Hupkonzert, – es gibt hier mindestens 1001 unterschiedliche Klaenge und Bedeutungen eines Huptones.

Als wir in ländlichere Gegenden kamen, gab es Abschnitte, wo unser Fahrer auch mal aufs Gaspedal anstatt auf die Bremse treten konnte. Dazwischen kam, wieder mal, ein entnervender Stau. Unser Fahrer folgte einem Impuls und drehte das Steuer herum. Am Rande der Autoschlange zurückfahrend suchte und fand er eine Gelegenheit, um auf die Gegenfahrbahn zu gelangen. Bei uns nennt man so was Geisterfahrer, hier schien dieses Verhalten nicht unüblich. So fuhren wir ein paar Kilometer als Geisterfahrer sehr nahe neben dem entgegen kommenden Verkehr. Mit erhöhtem Blutdruck, zumal viele entgegenkommende Fahrzeuge keine Beleuchtung besaßen und plötzlich aus der Dunkelheit vor uns auftauchten.

Einmal lag ein umgekippter Altpapiertransporter quer auf der Strasse und die Papiere und Pappen häuften sich am Unfallort. Es schien aber niemand verletzt. Mehrmals bahnte sich ein Blaulicht beleuchtetes Rettungsfahrzeug seinen Weg durch den chaotisch en Verkehr. Niemand schien gewillt ihm Platz zu machen, so wie es bei uns zuhause üblich ist. Aber vielleicht war das auch gar nicht möglich hier, wo die Verkehrsregeln so völlig anders sind…

Nach Stunden, die kein Ende nehmen wollten, saßen wir völlig übermüdet auf unseren Sitzen, und konnten doch nicht schlafen. Die Landschaft wurde ländlich, es wurde langsam hell. Neben den LKW tauchten von Ochsen gezogene Karren auf, Radfahrer und Frauen mit Stapeln von Brennholz auf dem Kopf nutzen die Straße ebenso wie Hunde und Kühe, sogar morgendliche Jogger nutzen die kühle Frische des National Highways. Und irgendwann, morgens kamen wir tatsaechlich an, in Rishikesh, am Ganges…

*

Es ist Nacht, jedenfalls hier, wo ich mich gerade befinde, und zwar in Rishikesh, nördliches Indien, da wo der Ganges aus dem Himalaya kommt… und wo sich Reisende aus allen Ländern der Welt antreffen, um sich von strapaziösen Reisen in Indien zu erholen, in den zahlreichen Cafes und Restaurants am Flussufer, oder in einem der vielfältigen Yoga- Meditations und sonstigen Angebote, oder bei einem Joint, oder Masala Tea, in gemütlicher Runde. Auch bei den Indern ist Rishikesh als Pilger- und Reiseziel beliebt. Der heilige Ganges tritt hier aus dem Himalaya Gebirge heraus in die Ebenen des indischen Subkontinents. Ein Bad im Fluss erspart tausend leidvolle Wiedergeburten, behauptet eine indische Weisheit.

(Zuhause in Deschland ist’s gerade mal halb zehn am Abend. Deshalb bin ich wohl noch kaum müde, obwohl die Uhr 1:15 anzeigt.)

Akohol ist hier in der Rishi, offiziell, verpönt, weil es eben eine heilige Stadt ist, die Stadt der Heiligen = Rishi Kesh. Diese Haschzeugs ist, natürlich, offiziell, auch verboten, aber inoffiziell, nun ja. Und Shiva, der mächtige Gott im indischen Olymp, ist ja auch ein überzeugter Konsument. Also wird die charismatisch duftende Raeucherware an vielen Ecken und Orten konsumiert.

Nun ja, zurück zur Anreise…

Vorgestern Nacht sind wir, von München kommend, in Delhi gelandet. Das Taxi war bestellt und nach den Gepäck – und Einreise Formalitäten hat der Fahrer mit seinem Pappschild auf uns gewartet. Von Delhi nach Rishikesh sind es ca 250 km über den “Highway”, den sich LKW s, Busse, Kühe, Pkw, Fahrräder,  Motorraeder und Fussgaenger teilen, wobei, verstaendlicherweise, den großen LKW s und Bussen der meiste Respekt entgegengebracht wird.

Der Verkehr ist chaotisch, Schreck einflößend, die Regeln nur teilweise nachvollziehbar. Für die 250 km haben wir 6 std eingeplant, eine echte Herausforderung nach dem 7 std Flug. Der indische Tata hatte abgenutzte Stoßdämpfer, und auch sonst ein scjwammiges Fahrverhalten. Die Auspuffe der Dieselmotoren direkt vor uns stießen tintenschwarze Wolken aus, ich machte mir ernsthaft Sorgen um unsere Gesundheit, das Halstuch vor dem Mund bietet sicher nicht genuegend Schutz.

Um ein Uhr morgens, indischer Zeit sind wir vom Flughafen losgefahren, Kurs Nordosten. Unser Fahrer, ein wortkarger aber freundlicher Mensch. der sein Handwerk versteht, kann uns leider auch nicht vor den unvorhersehbaren Ereignissen, die der mörderische Verkehr mit sich bringt, fernhalten.

>> ff

Ein schwarzes Vöglein fliegt über die Welt,
das singt so todestraurig…
Wer es hört, der hört nichts anderes mehr,
wer es hört, der tut sich ein Leides an,
der mag keine Sonne mehr schauen.

Allmitternacht, Allmitternacht
ruht es sich aus auf dem Finger des Tods.
Der streichelt’s leis und spricht ihm zu:
“Flieg mein Vögelein! flieg mein Vögelein!”
Und wieder fliegt’s flötend über die Welt.

Christian Morgenstern (1871-1914)

“Ich muss wohl einsehen: Ich bin nicht besser, als der nächste Mann neben mir. – Ich werde richtig sauer, wenn das Mädel beim Date die ganze Zeit von einem Anderen schwärmt.” “Was? Echt jetzt? – Wow, also … ähm … da hast du dann aber auch jedes Recht zu, würde ich sagen.”, unterbreche ich ihn.

“Und als wir nach Hause kamen, hatte ich das Gefühl, wir wären wie ein altes Ehepaar, dass zu den Kindern nach Hause kommt, weil der Mitbewohner es sich kacken dreist auf der Couch gemütlich gemacht hatte und jede gute Stimmung mit seiner puren Anwesenheit zerstörte.”, ließ er sich aber nicht lange unterbrechen. “Okay? – Äh, erzähl mir doch erstmal die ganze Geschichte, am Besten von Anfang an, bevor …” [weiter ...] »

“Ach”, sagte das Krokodil, “die Welt ist ja so schlecht!” und vergoss ein paar Tränen in Brüssel und Valletta…

athme aus und lass es gut sein
(flüstert das bunte grau des himmels)
ein schwarm schwarzer vögel
wirbelt wild und frei, um nicht zu sagen chaotisch,
in luftigem raume
hallo, ihr seid die meinen,
gedanken
die riesigen pappeln am ufer des sees [weiter ...] »

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Die ÄffDeePee meckert. Obwohl die doch als Fuzzis vonne Besservadiener ganz nett Prozentcher geholt haben bei de BuWa. Aber die Gelbblauen kannste et ja nie janz richtig machen. Die ham ja imma wat zu meckern. Mal sind die Steuern zu hoch, dann nur bei die Hoteliers oder bei die freischaffenden Hornhautentferner. Aber hilft ihnen nix, der Lammert sacht, dat se neben die AfD zu sitzen kommen müssen, und fettich. Woll. [weiter ...] »

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