Archiv von Stefan Schürrer

Stefan Schürrer, Schriftsteller.

E-Book “Die frühen Jahre eines Versagers” kostenlos auf https://stefanschrrer.wordpress.com/

Autorenseite:
https://www.facebook.com/StefanSchuerrer/

Hier bekommt ihr Alltagsprobleme und philosophische Fragestellungen verarbeitet in hyperrealistischen Texten.

Vorab: Dies ist kein zufällig auf dem Tisch liegen gelassener Zettel, hier schreibt einer, der alles, woran er geglaubt hat, nicht mehr wahrhaben will. Einer, der ab jetzt an allem zweifelt, weil er schon immer hätte an allem zweifeln müssen, weil sich endlich alles zusammengefügt hat – als hätte ich mein anderes Ich, mit all den negativen Gefühlen und Beweggründen und bla bla bla, weggesperrt, in einen Kanister und nun wäre das andere Ich schlussendlich ausgebrochen, nun wären wir wieder vereint und ich könnte endlich wieder klar sehen. Oder kurzgesagt: Es ist eine Abrechnung mit der Vergangenheit; meinem Schmerz – fühl dich also nicht angesprochen.

„Als Joan Didion darüber redete, wirkte sie nicht sehr glücklich. Obwohl sie so Sachen sagte wie: Das ist pures Gold wert, so eine Szene in real life zu sehen!, ist sie ganz offensichtlich nicht unbelastet aus der Sache rausgegangen. Wenn du in einen Raum stolperst und da ein vierjähriges Kind auf Acid vorfindest, ist das natürlich voll die Geschichte, aber sowas lässt dich nicht kalt, vor allem nicht, [weiter ...] »

Mein Wochenendhaus

Als ich ihn in seinem alten Golf vorfahren sah, streckte ich den Daumen in die Luft, hatte wieder gute Laune. Sonnenbrille, Lederjacke und Radio laut aufgedreht, lächelte er mich auch an, war froh mich zu sehen, schüttelte zufrieden den Kopf, weil ich sowas sagte wie: „Haben Sie noch Platz?“ „Ah, hast du ihnen endlich wieder mal gesagt: Fick euch, ich bin in meinem Wochenendhaus in meiner Fickt euch Allee?“, kam von ihm zur Begrüßung. „Mehr so, on the road again.“, warf ich meine Reisetasche hinten auf die Rückbank und schwang mich auf den Beifahrersitz.

Schon fuhren wir mit quietschenden Reifen an, dem Sonnenuntergang entgegen. „Boah, ich könnt jetzt so langsam ein Bier vertragen, wenn ich ehrlich bin.“ „Arbeit so anstrengend gewesen? – Ich hab schon eine Kiste kalt gestellt.“, drehte er das Radio ein Stück auf. Ich ließ mein Fenster runter und ließ meine Hand im Fahrtwind auf und abwirbeln, ließ meine Gedanken kreisen bei dem etwas unüblichen Radio-Klassiker Your Love von The Outfield.

Achja, meine Oma ist gerade bei uns. [weiter ...] »

Die Veranstaltung warb damit, dass die Zeit reif sei für Kulturelle Vielfalt für alle, mit Fragezeichen und Ausrufezeichen.

Kultur traf auf Politik und Künstler*innen auf Veranstalter, um gemeinsam Ziele für einen erfolgreichen inklusiven Kulturstandort Köln zu entwickeln und mit konkreten Maßnahmen umzusetzen – so der Flyer.

Die Eröffnung war an die Präsentation der Ergebnisse des “Runden Tisches” für inklusive Kultur gekoppelt. Über ein Jahr haben sich fünf Arbeitsgruppen getroffen, die alle bestimmte Ziele hatten, um ein Konzept für ein mehrjähriges inklusives Kulturprojekt zu entwickeln und zu präsentieren, welches ein nächster Meilenstein auf dem Weg zu einem dauerhaften inklusiven Kulturstandort in Köln sein wird – soweit so gut. [weiter ...] »

Vorab, es gab leider ein Missverständnis bei der Anmeldung. Ich wurde als Fachbesucher geführt und nicht als auftretender Künstler, deshalb hatte man mich nicht bei der Programmgestaltung auf dem Schirm – im Nachhinein muss ich sagen, so hatte ich wenigstens die Möglichkeit, das ganze Programm der Veranstaltung auszukosten und war nirgends eingebunden. [weiter ...] »

“Ich muss wohl einsehen: Ich bin nicht besser, als der nächste Mann neben mir. – Ich werde richtig sauer, wenn das Mädel beim Date die ganze Zeit von einem Anderen schwärmt.” “Was? Echt jetzt? – Wow, also … ähm … da hast du dann aber auch jedes Recht zu, würde ich sagen.”, unterbreche ich ihn.

“Und als wir nach Hause kamen, hatte ich das Gefühl, wir wären wie ein altes Ehepaar, dass zu den Kindern nach Hause kommt, weil der Mitbewohner es sich kacken dreist auf der Couch gemütlich gemacht hatte und jede gute Stimmung mit seiner puren Anwesenheit zerstörte.”, ließ er sich aber nicht lange unterbrechen. “Okay? – Äh, erzähl mir doch erstmal die ganze Geschichte, am Besten von Anfang an, bevor …” [weiter ...] »

“Schade, dass er heute nicht kann.” “Ja, er meinte sowas wie, er muss noch unbedingt diese Klausuren korrigieren.”, warf ich meine Jacke in die Ecke und setzte mich im Schneidersitz aufs Sofa.

“Ach, die sind doch schnell korrigiert – ein paar weinende Sonnen für schlechte Leistungen und lachende Sonnen für gute Leistungen und bums, fertig ist die Kiste.” “Ha, und bei einigen gibt es dann fünf weinende Sonnen und eine lachende Sonne, weil es so traurig ist, dass es schon wieder lustig ist.”, bediente ich mich bei den Katzenleckerli, um die übliche, anfängliche Scheu der beiden Hauskatzen mit hohler Bestechung zu überwinden – ich habe schon immer gesagt, wenn man mit einer Geschichte nicht voran kommt, sollte man sich die Beine vertreten; [weiter ...] »

Ich komme am Bahnhof an und bin erschöpft, erschöpft vom Zugfahren, vom Wochenende und sowieso vom Alltag und von den Menschen – kurz: ich bin erschöpft vom Leben; trotzdem entscheide ich mich dazu, zu Fuß nach Hause zu gehen.

Ich brauche keinen digitalen Schrittzähler, der mir sagt, ich habe heute noch zu wenig Schritte gemacht; ich weiß auch so, dass ich ein fauler Sack bin. Mir wird es ganz gut tun, so laufe ich mir auf jeden Fall den Kater von der Seele und bin für das Familienfest nachher nüchtern. Da ist es halt nun nur etwas kontraproduktiv, dass ich mir schon wieder ein Bier für den Weg gegönnt habe, aber was will man machen – was muss, das muss, schmunzele ich.

An dutzenden Geschäften komme ich vorbei, alle haben Sonntagmorgens geschlossen. Die Zeiten aber, dass meine Heimatstadt ein perfekter Drehort für [weiter ...] »

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