Archiv von Martin Gehring

Martin Gehring wurde am 01.03.1963 in Ulm geboren und lebt auch dort.
Neben seinem Brotberuf führt er einen literarischen Blog, auf dem er regelmäßig neben seinen lyrischen Werken auch selbstverfasste Prosaarbeiten veröffentlicht.
Zusätzlich präsentiert er dort in loser Folge Cartoons und Zeichnungen, wobei er sich hierbei besonders der Hühner als Krone der Schöpfung angenommen hat.
Diese spielen auch auch in seinem Hühner-Wild-West-Actionroman „El Pollo – Entscheidung in der Sierra Chica“ die Hauptrolle.
Im September 2013 erschien sein Lyrik- und Erzählband „Notizen aus dem Oberstübchen“ als Taschenbuchausgabe beim Manuela Kinzel Verlag.

Seelenklage

Ach, arme geschundene Seele,
Was hat sich der Mensch nur gedacht?
Wurdest grausam herausgerissen
und zu seinem Werkzeug gemacht.

Anstatt dich zu hegen, zu pflegen,
trägt voll Dünkel er dich vor sich her.
Als Waffe will er dich benutzen.
Als Wappenschild und auch zur Wehr. [weiter ...] »

Der Joschi ist jetzt Dichter,
ham Sie’s schon gehört?
Dabei war er so fleißig.
Sein Weib ist ganz verstört.

Er hat schon mal geschrieben:
Zum Geburtstag a Gedicht.
Und dem Franz zur Rente,
a ganz nette Geschicht.

Aber sonst, da war er ehrlich
und voller Arbeitskraft.
Hat in der Autowerkstatt
bei Tag und Nacht geschafft.
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Erst neulich, noch nicht lang ist’s her,
dacht’ schnorchelnd ich (im Roten Meer):
Ein Leben, so mit Fischbewusstsein -
es müsste wahrlich eine Lust sein.

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Der Blutahorn

Sieh, da wächst ein Ahornbaum,
der Blätter rot wie Wein hat.
Im Sommer spendet Schatten er
und ist den Vögeln Heimat

Fest verwurzelt steht er da.
Mit Borke und auch Rinde
trotzt er schon seit Jahr und Tag
dem Wetter und dem Winde. [weiter ...] »

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Es heißt, im Traum könne man fliegen. Aber nicht immer. Manchmal stürzt man auch einfach ins Bodenlose und wacht dann auf. Oder auch nicht, denn Träume haben ihre eigene Physik. Vielleicht bin ich wach, vielleicht träume ich auch. Ich weiß es nicht mehr, aber ich werde es gleich herausfinden. Ich sitze an der Kante des Flachdaches eines hohen Gebäudes unserer Stadt und werde in den nächsten Minuten springen. Danach werde ich wissen, ob ich in einem Traum gefangen bin. Soviel ist sicher. [weiter ...] »

Fluffelheit, der Gunk verblüstert,
knurfte hufrig an der Plotz.
Hat die halbe Knaup ersprüstert,
hierfte quer mit Spritz und Sprotz.

Nahm darauf mit hügem Hotzeln
ganz direkt den Schapf nach Hump,
um sich direkt zu verbotzeln,
mitten zwischen Lerz und Strump. [weiter ...] »

So schleicht er durch den Bioladen.
Das Kniebundhöschen zeigt Wade und Bein.
Als er’s anzog, hat er stumm geflucht.
Warum muss er wie Muttis Liebling sein?
Er hätte jetzt gern eine rote Wurst, [weiter ...] »

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