Januar 2018

Januar 2018. Monats-Archiv

Hydrobiologie

Geboren wird der Mensch als nasser:
Ein Säugling ist fast durchwegs Wasser -
Bis er, obwohl er saugt und säuft,
Auf dieser Welt sich trocken läuft.
Erst wird ers, meistens, hinterm Ohr -
Zuletzt vergeht ihm der Humor.
Und, leider, bis ins Mark verdorrt,
Lebt er Jahrzehnte lang noch fort.

Eugen Roth (1895-1976)

Der Elefant im Raum
Schlägt sehr viel Schaum.
Schaum der nicht zu durchdringen ist,
Da er den Verstand auffrisst.
Angst vor persönlichen Nachteilen.
Repressalien oder die Furcht [weiter ...] »

Schnee

„Juchee! Endlich Schnee!“, feixt Kerstin vor Freude, als sie gegen acht Uhr den Rollladen in ihrem Schlafzimmer hochzieht. Draußen ist endlich Winter eingekehrt. 15 cm Neuschnee, soweit das Auge reicht – überall Schnee. Diesen schönen Anblick hat sie sich schon seit Wochen gewünscht. Völlig spontan springt sie in die Luft und kann es kaum erwarten, dass sie die Balkontür zum Lüften öffnen kann. Sie will wenige Minuten später unbedingt einen Schneeball formen, um ihn anschließend für den guten Zweck einzufrieren. [weiter ...] »

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Sie wollen ihn nicht sehen!
Es muss! um etwas anderes gehen:
Der Opa will ganz viel Europa-
seine Frau die hasst die PKVau,
Kinder und Enkel rufen ach:
Wann holt ihr die Familien nach!
Hart arbeitet die Mitte-
für diese großen Schritte- [weiter ...] »

Das Chamäleon

Als Gott die Tiere schuf, war er am Ende des Tages rechtschaffen müde, doch hatte er noch ein Mörserchen voller Genmaterial übrig, und da er in Schöpferlaune war, wollte er noch ein ganz besonderes Geschöpf formen. Und so rührte und kleisterte, drückte und formte er ein Wesen, das gar eigenartig und irritierend war. Das Viehlein hatte nämlich die Inselbegabung, sich allen Unter-, Vor- und Hintergründen optisch, akustisch, haptisch und vor allem kleptokratisch anzupassen. Gott betrachtete seine Kreuzung zweifelnd und mit ungutem Gefühl, aber vernichten konnte und wollte er das Tier nicht. [weiter ...] »

Asien Europa: Winkel der Welt; der ganze Ozean: ein Tropfen im All; der Athos: eine Erdscholle im Weltall; die ganze Gegenwart: ein Augenblick der Ewigkeit!
Alles klein, veränderlich, verschwindend; alles kommt von einer Quelle, von jenem gemeinsamen Allbeherrscher unmittelbar oder in Folge seiner Wirksamkeit.
Also sind auch der Rachen des Löwen, das Gift, alles Schlechte, wie Dornen und Sümpfe notwendige Stücke jener prachtvollen und herrlichen Welt.
Fort also mit dem Wahn, als seien sie dem Wesen, das du verehrst, fremd, betrachte vielmehr die Quelle aller Dinge.

Marc Aurel (121-180) A.D.

Wenn Sterne sterben
Engel weinen
Göttersprüche regnen
Aber Engel zugleich segnen
Güldener Rauch uns schwer umhüllt
Wandeln auch wir uns in Göttermenschen
Sind keine Zweifelnden mehr…

Die Schatten derer [weiter ...] »

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