22. Januar 2018

22. Januar 2018 Tages-Archiv.

Das Chamäleon

Als Gott die Tiere schuf, war er am Ende des Tages rechtschaffen müde, doch hatte er noch ein Mörserchen voller Genmaterial übrig, und da er in Schöpferlaune war, wollte er noch ein ganz besonderes Geschöpf formen. Und so rührte und kleisterte, drückte und formte er ein Wesen, das gar eigenartig und irritierend war. Das Viehlein hatte nämlich die Inselbegabung, sich allen Unter-, Vor- und Hintergründen optisch, akustisch, haptisch und vor allem kleptokratisch anzupassen. Gott betrachtete seine Kreuzung zweifelnd und mit ungutem Gefühl, aber vernichten konnte und wollte er das Tier nicht. [weiter ...] »

Asien Europa: Winkel der Welt; der ganze Ozean: ein Tropfen im All; der Athos: eine Erdscholle im Weltall; die ganze Gegenwart: ein Augenblick der Ewigkeit!
Alles klein, veränderlich, verschwindend; alles kommt von einer Quelle, von jenem gemeinsamen Allbeherrscher unmittelbar oder in Folge seiner Wirksamkeit.
Also sind auch der Rachen des Löwen, das Gift, alles Schlechte, wie Dornen und Sümpfe notwendige Stücke jener prachtvollen und herrlichen Welt.
Fort also mit dem Wahn, als seien sie dem Wesen, das du verehrst, fremd, betrachte vielmehr die Quelle aller Dinge.

Marc Aurel (121-180) A.D.