Lebenslauf

In einem endlichen Nichts
fällt plötzlich ein Startschuss

für einen Wettlauf
den niemand gewinnen will

zu einem Ziel
das niemand erreichen will.

Denn aus dem Pokal des letzten Sieges
ergießt sich das Ich im unendlichen Nichts.

Detlev Zesny, im Februar 2012
(Trollbär Lyrik Wabern)


10 Kommentare

  1. MokkaSinn

    …..Es liegt nicht in unserer Hand……

    Interessante Sicht und sehr lebendige Zeilen auf das Kommen und Gehen.

    1. Trollbaer

      Vielen Dank fürs Lesen. Ich hatte mir da mal Gedanken gemacht, wie es wohl nach dem Tod aussehen würde und kam darauf, dass es so sein würde wie vor der Geburt.

      Gruß vom Trollbär

  2. MokkaSinn

    Guten Morgen!
    Da wir neulich einen winzigen Familienzuwachs hatten, war ich wohl besonders empfänglich für deine Gedanken. Zumal mich das eigene Ende auch immer mal wieder beschäftigt, und meine Angst davor.
    Ich stelle mir dann den Moment vor und frage mich, wie es ist, ob ich das aushalte ….
    Aber wenn ich erst einmal davon anfange, höre ich nicht auf zu schreiben. :-)

    Wenn man sich den Tod als totales Ende und Nichts & Aus vorstellt, formt sich mir ein ähnliches Bild.
    Ich weiß wohl, dass es andere Theorien & Bilder gibt und es wird von wandernden Seelen geträumt.
    Vielleicht ist es besser, nichts zu wissen.

    Lieben Gruß
    von der Mokka

    1. Trollbaer

      Hallo Mokka,
      es sind nur die Gedanken, die diese Worte formten. Sie sollen Spielraum zum Nachdenken geben. Jeder sieht, fühlt und denkt etwas Anderes.
      Gruß vom Trollbär

  3. Ostello Jaeger

    interessante bilder. mit viel spielraum zu interpretationen.
    und vieleicht ist das unendliche nichts ja auch ein unendliches alles? ;)
    hg

    1. Trollbaer

      Ein Alles? Hmm…was war vor Deiner Geburt? Alles? Kannst Du Dich erinnern? Wie wird es sein, wenn das Leben zu Ende ist? Wie im Schlaf? Wie ist ein traumloser Schlaf? Alles oder nichts?
      Also wirklich viel Raum zum Nachdenken.

      Gruß vom Trollbär

  4. cassandra2010

    wörtlich genommen.
    wörter gesponnen.
    zeit geronnen.
    botschaft angekommen.

  5. Stefan Schürrer

    Lieber Bär,

    mich regen einige deiner Zeilen an zum philososchwadronieren…

    “für einen Wettlauf
    den niemand gewinnen will
    zu einem Ziel
    das niemand erreichen will.”

    Ich denke mir immer wieder: Ohne Sterben gibt es auch kein Leben. Deshalb gehört das Ziel eben einfach dazu. Fertig aus. Wir brauchen halt eine Begrenzung, um die Zeit auf Erden auch wertzuschätzen. Und wenn man diese Tatsache einmal akzeptiert hat, lebt es sich auch Angstfreier. (Blick Richtung Mokka)
    Wenn wir diese tödliche Begrenzung nicht hätten, was wäre dann? Nur warten auf morgen. – Weil man ja sowieso unendlich Zeit hat. Nur durch die Vergänglichkeit wird das Leben lebenswert.
    Liebe Grüße
    Stef

    1. Trollbaer

      Vielleicht sucht jeder nach Erklärungen, die für einen selbst zufriedenstellend sind und die uns die Angst vor dem Ende nehmen sollen. Eventuell liegt auch ein gewisser Grad von Selbstbetrug darin. Denn wir brauchen irgendeine Gewissheit, welche uns vor unseren Gedanken und vor uns selbst schützt.

      Gruß vom Trollbär

  6. Corina Wagner

    Schön… wieder Zeilen von Dir lesen zu dürfen!
    Das Leben kann urplötzlich zu Ende sein, deshalb sollte man in seinem Lebenslauf abwägen, was wirklich wichtig ist. ;-)
    LG
    Corina

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