eene preussische Jeschichte

Es war am 1. Januar diesen Jahres und wir machten wieder einen Spaziergang.
Frische Luft und so.

Neujahr, Anfang


Diesmal schlenderten wir durch einen  Park in Potsdam (für Bildungsbürger: dies ist eine Stadt in der Nähe von Berlin, NEUE Bundesländer, bekannt vor allem als Wohnsitz von   …. Wer wird Millionär? )
Der Park bot einerseits halt das, was die Natur an einem 1. Januar so zu bieten hat – also wenig, andererseits viele nichtnaturelle Sehenswürdigkeiten, die allerdings nicht sichtbar waren.
Sie waren Wert erhaltend mit kleinen Holzhäusern zum Schutz vor winterlichem Unbill umhüllt.
Neugierige Nichtpreußen sind enttäuscht.
Man hatte Fotogeräte mitgebracht und sich im Internet informiert.
Und nun …. graue Schutzhäuschen, überall.
Umschwirrt von grauhaarigen Frauen mit Stirnband zwischen 50 und 60, alle mit kleinen Rucksäckchen. Für Riegel mit Cerialien und Flaschen mit stillem Wasser.
Sie joggen.
Oft halten sie inne und studieren kleine Karten.
Ihre Gespräche sind sehr gepflegt und wichtig. Jedes Detail ist sehr wichtig.
Natürlich würden sie viel lieber in der ganz freien Natur ohne Touristen und Gaffer joggen.
Aber dort wären sie leichte Beute für Sexualstraftäter.
So die Begründung.
Ob es wirklich Männer gibt, die sich an diesen Frauen vergehen würden ….?
Und stunden- und tagelang irgendwo in der  ganz freien Natur auf  sie lauern würden?
Bei diesem Wetter …?
Aber, wie auch immer, diese kleinen grauen Schutzhäuschen im Park mit den vielen Menschen
vermitteln ein Gefühl der Sicherheit.
Und nicht nur für  joggende Frauen zwischen 50 und 70 mit Stirnband, Rucksäckchen und Trinkflasche.
Auch für Männern zwischen 50 und 70. Mit Hund und Photoapparat.
Sie begutachten die Schutzbehausungen, besonders die Verankerungen im Boden.
Der Anstrich wird geprüft – auf rissige Stellen im grauen  Anstrich wird schonungslos hingezeigt.
Was sich hinter und unter den Schutzverschlägen verbirgt – keine Ahnung.
Kunstschätze, soviel ist sicher Kunstschätze. Klar, sonst würde man sie nicht so aufwendig einhausen.
Und hier, genau an dieser Stelle, definitiv, teilt sich die Masse der Besuchermenschen in  Preußen und Nichtpreußen!
Die einen nörgeln, mäkeln und murren über die nicht gesehenen Kunstschätze.
Oder sie joggen und telefonieren über Handgeräte. Oder sie tun beides.
Meistens tun sie beides.
Die anderen, eine eher kleine Gruppe, ist relativ zufrieden.
Es sind die Preußen.
Manchen, so wie mir, wird diese Zugehörigkeit erst in solchen Momenten richtig bewusst.
Diese Kunstgeschichten sind ja schön und gut, wichtig ist aber vor allem, dass ihr Schutz handwerklich
ordentlich ausgeführt und die Organisation der gesamten Anlage befriedigend erfolgt.
Das ist wichtig!
Deshalb ging ich mit dem guten Gefühl, das Alles , was ich nicht sehen konnte, ordentlich bewahrt
und über den Winter gebracht wird, von der Anlage.
Eine unscheinbare Platte erregte dann noch meine Aufmerksamkeit.
Kartoffeln waren auf ihr abgelegt. Manche mit dem Namen der Sorte.
Kurios. Worauf oder auf wen soll hier hingewiesen werden ……?
Ist es   A- Stalin,   B- Maybrit Illner, C – Rosa v. Praunheim oder D- Pfanni????
Hmmm…..
Keine Ahnung.
Aber halt – hier wohnt doch der, der wo Alles weiß, der …. Ich komm gleich drauf….
Wer wird Millionär …. Gülle, … Jauche…. ja, der Günther Jauch.
Der muss das wissen!


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6 Kommentare

  1. cassandra2010

    Aber, wie auch immer, diese kleinen grauen Schutzhäuschen im Park mit den vielen Menschen
    vermitteln ein Gefühl der Sicherheit.
    Und nicht nur für joggende Frauen zwischen 50 und 70 mit Stirnband, Rucksäckchen und Trinkflasche.
    Auch für Männern zwischen 50 und 70. Mit Hund und Photoapparat.
    Sie begutachten die Schutzbehausungen, besonders die Verankerungen im Boden.

    Da haste mir aba erheitert, haste aba…
    Dette is ja fast wie bei Heine-

    Noch immer das hölzern pedantische Volk,

    Noch immer ein rechter Winkel

    In jeder Bewegung, und im Gesicht

    Der eingefrorene Dünkel.

    Sie stelzen noch immer so steif herum,

    So kerzengrade geschniegelt,

    Als hätten sie verschluckt den Stock,

    Womit man sie einst geprügelt.

    Ja, ganz verschwand die Fuchtel nie,

    Sie tragen sie jetzt im Innern;

    Das trauliche Du wird immer noch

    An das alte Er erinnern.

    Preußensatire 1844…2013?

  2. Corina Wagner

    “eene preussische Jeschichte”, die mich sehr erheitert hat. Jenau die gleichen Worte hätte ich auch wie Cassandra zu Anfang in meinen Kommentar eingebunden. Lieber Goldhase, haste jut gemacht!!! ******
    ;-)
    Ob es an meinem preussischen Blut liegt, dass durch meine Adern fließt…? Wahrscheinlich… deshalb jefällt mir Deine Jeschichte so jut.
    So und jetzt ruf ich meinen Telefonjoker in Potsdam an. :-)

    (PS. Mein Vater ist Preuße. Jawoll!)

  3. cassandra2010

    Jawoll!!! Et is nich allet schlecht jewesen in Preußen, und der Alte Fritz hatte mehr Format als die Politkasperl in Berolina…

    “In Staub mit allen Feinden Brandenburgs!”
    Borussia hat ja ooch jewonn…
    Allet juut

  4. hasepremium

    Nee, mit dem Bild, det war’n Fehlgriff.
    Ich hab das noch mal ausgetauscht.
    Macht doch keinen Sinn eine Geschichte über graue Häuschen zu schreiben und dann ein Bild mit einem grünen Laubengang zu zeigen….
    Jetzt passt es!
    Wunderbar, diese vierseitigen Abstützungen im einheitlichen Winkel …. solide gearbeitet!
    Da lacht das Preussenherz

  5. MokkaSinn

    Obiges Bild hab ich in grün & bunt.

    Schön war’s-
    Aber auch schön groß und weitläufig.
    Fußwund kann man werden.

  6. Corina Wagner

    D d da daa daaaaaaaaaaas Bild ist weg und ein neujet wieder da.. Aha! Sowas aber auch. Ein Fehlgriff war’s.
    Jawoll! Richtig so! Ich hab’ Verständnis dafür…

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