Un chat dans la cuvette

Wer des Französischen mächtig ist, weiß, dass dies „Katzentoilette“ heißt. Aber im weiteren Verlauf dieser neuen Episode meine Tieres und seiner Eskapaden wird dem Leser deutlich werden, dass die Überschrift eine völlig andere Bedeutung hat.

Vorhin kam ich mittelschwer ermattet zurück vom Sport. Das Tier kam mir quäkend entgegen, folgte mir gackernd in die Küche und maunzte leicht gebuckelt um mich herum. Das übliche. Ich nahm mir den Mittagsrest aus der Pfanne und schob den Teller in die Mikro. Die kätzliche Geräuschkulisse begann mir langsam auf den berühmten Keks zu gehen. Ich öffnete die Küchentür und verbrachte den Minitiger in die freie Wildbahn. Es schien mir unterfordert und da draußen gibt es bestimmt mehr Spannung, als einen zeitungslesenden, mapfenden Katzenkellner, der kein Menschenfutter rausrückt.

Ein leichtes Grummeln im Bauch und plötzlich einsetzende Peristaltik unterbrach meine Essensvorbereitungen und führte mich schnurstracks erst einmal auf die Toilette. Mit dem tablet unterm Arm verschwand ich ca. zehn Minuten auf dem Abort. Fenster auf Kipp und Rollade runter.

Nach erfolgreicher Verrichtung wusch ich mir als zivilisierter Mensch die Hände, zog die Rolladen hoch, öffnete das Fenster weit und machte das Licht aus. Als Mann habe ich selbstverständlich nicht daran gedacht, den Klodeckel zu schließen.

Und dann geschah das schier unfassbare. Aus den dunklen Tiefen des Gartens sprang das Tier mit einem behenden Satz erst auf die Fensterbank und dann abwärts Richtung Toilette. Es scheint diese Übung schon mehrmals erfolgreich absolviert zu haben, doch nun war ausnahmsweise mal der Deckel vom Klo offen. Es ist klar was nun folgte, aber ich schreibe es trotzdem hier nieder. Kopfüber plumpste es genau in die offene See. Der glatte Schüsselrand machte es ihr unmöglich, rückwärts da wieder herauszuklettern. Ich schaltete das Licht an und packte es an den Hinterläufen.

Fehler!

Diese neue Stabilität nutzte das Tier sofort für ein Kopfüberklappmesser, um mir von unten den Arm zu zerfetzen. Ich lies es los und die erste Hiebserie ging ins Leere. Nun saß es mit dem Hintern zuerst im Wasserloch und kam wieder nicht heraus. Sie fauchte und knurrte mich an. Vor der erneuten Rettung erklärte ich ihr erst einmal, dass sie selbst Schuld war an ihrer Misere und dann, wie ich vorhabe, sie dort heraus zu holen. Meine rechte Hand war noch nicht einmal planparallel zum Brillenrand, da flog auch schon die erste freie Tatze auf sie zu, Krallen bis zum Anschlag ausgefahren. Wäre es ein Kater, würde ich nun sagen, das Vieh hat noch richtig Eier, aber es ist eine sehr alte Lady und was man da sagt, weiß ich nicht.

Ich ließ sie also da hocken, machte das Licht aus und die Türe zu. Nach einer Minute verstummte das immer leise werdende Gefauche und nichts war mehr zu hören. Vor der verschlossenen Türe sang ich laut und fröhlich „Katzenklo“ von Helge Schneider. Drinnen war es mucksmäuschenstill. Leise öffnete ich die Tür und da sah ich sie. Ein Häufchen Elend leise fiepend. Beherzt reichte ich langsam die Hand herunter und oh Wunder. Sie lies sich packen, wehrte sich überhaupt nicht und hatte auch nichts dagegen, von mir abgetrocknet zu werden.

Spiel, Satz und Sieg würde ich sagen. Sie wart seitdem nicht mehr gesehen. Ich vermute, sie hat sich im Heizungskeller verkrochen. Egal. Sie wird wie immer nachts „Reset“ machen und morgen nichts, aber auch gar nichts mehr von diesem Vorfall wissen.

Mon chat dans la cuvette….


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8 Kommentare

  1. cassandra2010

    Désolée, aber da liegste falsch..

    “Wer des Französischen mächtig ist, weiß, dass dies „Katzentoilette“ heißt”… Jau, l e chat heißt Katze, und “faire sa toilette” ist der Schnickschnack, den wir Teutonen “Körperpflege und Co” nenne.

    Aber: Katzenklo heißt auf Gallisch: la litière bzw. la maison de toilette.

    Vielleicht schreibste: Un chat dans la cuvette? Eine Katze in der Kloschüssel? Das wär ein nettes Wortspiel zu” avoir un chat dans la gorge”, d.i. ” einen Frosch im Hals haben”

    Veuillez recevoir, Monsieur, l’assurance de mes sentiments les meilleurs
    c

    Die Anekdote war amusante~~~

    1. Rudi Mentaer

      Moin die Dame….danke für das Lektorat, denn wenn ich in Frankreich bin, korrigiert mich seltsamer Weise niemand dort….. Merci et salutation à vous

    2. Miou’s avatar

      Übersetzt ganz logisch “Eine Katze in der Schüssel”.

  2. Miou’s avatar

    Wie geil! ;-) Meine Katze habe ich mal aus der Güllerinne gerettet. Ihr Dank entsprach dem deiner Katze. Aber so sind sie.

    1. Rudi Mentaer

      Ja, mach’ste nix dran… , aber ich musste trotzdem erst total lachen. Habe vergessen, das zu fotografieren….

  3. Corina Wagner

    ;-)
    https://www.youtube.com/watch?v=wtL5YLcE9Ac
    Mönsch Rudi, hoffentlich bist Du noch gegen Hund-Katze-Maus-Gedöns geimpft?

  4. MokkaSinn

    Ich liebe Katzengeschichten!
    …und diese hier war wieder mal der Brüller…:-)

    Die Zeiten mit Papierzeitung unterm Arm Richtung Klo sind scheinbar endgültig vorbei.
    Denke nur immer an Klopapier.

    PS: hättest du ihr nichts vorlesen können?

  5. ostello jaeger’s avatar

    witzge geschichte… koennte glatt vom exclentesten
    aller katzencleaugeschichtenezaehler jean jaque cleaubrille stammen…
    hg

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