Das ist/war der Gipfel!

Gewidmet Hannelore Kraft
(mit freundlicher Unterstützung von RWE)

Das Wirtschaftwachstum, keine Frage,
verbessert manches Menschen Lage.
Dem einen wen’ger, dem andern mehr,
wächst dann das Konto hinterher.
Von dem kauft er sich tolle Sachen,
fliegt hin, wo alle Urlaub machen,
im Auto, groß wie’n Elefant
wird er als wohlhabend erkannt.

Das Wachstum wächst so vor sich hin,
niemand bezweifelt, fragt nach Sinn.
Ist’s zweistellig, dazu im Plus,
dann schwelgt das Volk im Überfluss.
So jedenfalls sagt es der Mann,
den ab und zu man wählen kann.
Wenn der es sagt, muss man es glauben,
Leitsätze lässt man sich nicht rauben.

Das Wachstum braucht natürlich Kraft
mit der man dieses Wunder schafft.
Der Wunderstoff, ihr ahnt es schon,
kommt aus der Dose und heißt Strom.
Dazu entfacht man Höllenfeuer,
verfeuert alles was nicht teuer.
Selbst die Atombombe im Bunker
zündet man – s’ist kein Geflunker!

Und Mutter  Erde dreht sich stumm,
man wühlt in ihrer Haut herum,
auf das man Wachstumsstoff sich hole,
viel schwarze oder braune Kohle.
Ganze Völker, arm oder reich,
bei Kohlegier sind Alle gleich.
Die Konten wachsen, Schornstein raucht,
Glück ist, wenn man noch mehr verbraucht.

Und Mutter Erde weinet nicht
wenn man sie mit der Nadel sticht.
Man spritzt ihr Chemikalien ein
um Schiefergase zu befrei’n.
All dies geschieht in Gottes Namen-
Macht euch die Welt zum Untertanen.
Das Schiefergas wird angezündet,
Zukunftsmodelle laut verkündet.

Mit Strom treib ich das Fernseh’n an
wo ich in Farbe (!) sehen kann
was der Verbraucher kaufen soll,
was so im Trend ist und ganz toll.
‘ne Junge Frau lächelt mich an
und preist Medikamente an.
Belehrt, mir wird dabei ganz warm,
unser wichtigstes Organ – das ist der Darm.

Ja, das unterschreibe ich. Sofort.
Gerne!
Welches Organ, bitte schön, sollte es denn sonst sein?

Aber dies nur als kleine Randbemerkung.

Was ich nur noch kurz mitteilen wollte: hp war in Warschau – beim Klimagipfel.
Dort wollte ich das obige Gedicht vortragen.
Leider bot man mir keine Redezeit, dafür aber Dresche an.
Sponsoren ermöglichten es, dass ich nach wenigen Stunden in ganz Warschau
bereits steckbrieflich gesucht wurde.


hppp- hasepremiumpictures privat

Als unverdächtiger Zigarettenschmuggler getarnt
gelang mir die Flucht zurück nach Deutschland.

Im Fernseher sah ich dann wieder Hannelore Kraft und wusste plötzlich-
ALLET wird jut!
Ohne Kohle – keene Kohle!


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3 Kommentare

  1. hasepremium

    Ich weeß, ich weeß, dis is keen literarisches Thema. Profanalla sozusajen, wa.
    Aba, wenn de 35 Jahre lang uff ne kleene Insel inne Lausitz jelebt hat, umjeben von 5 Kohlegruben, 4 Restlöchern, 6 Brikettfabriken und drei Kraftwerke, da kommt das manchmal so durch, weeßte.
    Kohle so als Reizwort, so wie de als Kind inne Nacht offjeweckt bist, wenn der Bagger nich mehr jequitscht hat.
    Das war jetzt Niederlausitzer Proll- Platt. Entschuldigung.
    Für Bildungsbürger (innen): Eine nachhaltige, den Bedürfnissen kommender Generationen gerecht werdende, bezahlbare und umweltvertägliche Versorgung der Verbraucher mit energetic Products am Standort Deutschland ist mir sehr wichtig. Sie sollte die Wettberbsfähikeit der deutschen Unternehmen allerdings nicht schmälern und Arbeitsplätze sichern.
    Unser Kinder, die Kinder dieser Welt, sollen, müssen, das ist unsere Verpflichtung! ….. …ich hör’ schon auf.

  2. MokkaSinn

    Du warst in Warschau und durftest nicht ……?
    Das ist ja echt der Gipfel!

    Lausitz – da hab ich mich so wohlgefühlt im vergangenen Jahr – kurz erinnernd eingeworfen. :-)

    Den Abbau quasi neben dem Kinderzimmer kenne ich auch recht gut.
    Da waren viele Tage im Jahr recht grau.

  3. Ostello Jaeger

    hallo premiumhase
    beim thema energie muss ich immer daran denken wieviel energie die menschen so verbrauchen… die effizienten phlegmatiker haben die beste effizienz… so um die 575 mg co2 pro stunde im stand by modus… waehrend der choleriker mit bis zu 2000 mg/h ganz schlecht abschneidet. da wird der gesetzgeber gefordert werden zukuenftig…
    ansonsten bin ich heilfroh, dass in schleswig holstein keine ergiebigen gasfelder vorkommen…hoffe ich zumindest. obwohl die crack koepfe sind unberechenbar, wie die aussagen der vertreter dieser methoden zeigen…

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