Chaos im Kopf

Chaos im Kopf

Würdevoll alt zu werden,

ist ganz schön anstrengend,

wenn man sich für einen Waschlappen hält,

obwohl im Spiegelbild ein Zombie zu erkennen ist.

Manche erinnern sich dann

spontan an den ersten Vollrausch

oder an das kleinlaute Ja bei der Eheschließung.

Es ist wie ein letztes Aufbäumen vor dem Zerfall.

Eventuell sollte man als Seelenloser

andere Drogen nehmen

und zur Beruhigung

bunte Schokolinsen kauen und verdauen,

anstatt irgendwelche Pillen zu schlucken.

Die kleinen Freunde

der Pharmaindustrie,

jene Pillen

fürs Stillhalten,

um ruhig zu sein und fürs Dahinvegetieren,

sind eine tolle Erfindung,

aber nicht jedermanns Geschmack.

Doch wer will schon in den Spiegel sehen,

wenn er sein Gesicht nicht wirklich mehr erkennt?

Altern ist bekanntlich nichts für Angsthasen.

CoLyrik, Juli 2017



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4 Kommentare

  1. Ostello Jaeger

    das altwerden …spielt sich da draußen irgendwo ab, ein drama, aber was hat das mit mir zu tun ;)
    hg

    1. Corina Wagner

      Mit dir, uns hat dies voraussichtlich eventuell in dreißig Jahren zu tun. :-)
      Herzliche Grüße
      Corina

      1. Ostello Jaeger

        also, ich, als ostello, geb mir, mit etwas glück, noch ~zwanzig annos. dann… muss die reise weitergehen, seufz ;)
        hg

  2. cassandra2010

    Ach, Hexenschwester, glaub einer Trojanerin, die nun schon einige Jahrtausende auf den Schultern hat, das Problem ist weniger, dass wir altern, sondern dass wir uns so viele Gedanken darum machen. Meine Maxime ist das barocke Motiv des “Carpe diem”, und das im Großen wie im Kleinen.

    Salut, ma soeur
    c2010

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