*Listenliesel und der Herr Baron*

Ihr lieben Teutonen,
was ist denn bloß bei euch los? Allenthalben Sommerferien, aber ihr, ihr tut so, als ob das dröge Alltagsgedöns einfach so weiterginge. Dieselgate, Fipronil-Eier, Lieselgate in Niedersachsen und eine wandernde Kanzlerette, die in Südtirol abgetaucht ist. Wieso belastet ihr euch mit diesem Quark? Es ist högschte Zeit, dass eure Principessa euch mal das Teutonenköpfli zurecht rückt.
Dieselgate. Wieso, meine lieben Trübsinnigen, empört ihr euch derartig? Weil euch der Skandal den Pompeldur leeren wird? Weil die Regierigen in Baaaliiin den Spreebogen schon längst überspannt haben? Aber, aber, meine Süßen, das wisst ihr doch eigentlich schon längst, gell? Dass die Politik seit Jahrtausenden immer wieder mit dem Großen Geld Händchen gehalten und ihr Säckchen gefüllt hat. Warum denn ist eure Gebenedeite aus der Uckermark nicht aus dem Urlaub heraus an den Dieselgate-Table geeilt und hat darauf gehauen? Na? Eben! Also beklagt nicht euer schlimmes Los, ihr habt es selber verschuldet, euer Ungemach, auch ihr stützt als Verbraucher und Wähler das Schmieren-System! Es ist eben nicht wie damals bei uns, als uns der Große Vaterländische Krieg von den Dudelhellenen aufgezwungen wurde, weil diese Schickse Helena ihre Finger nicht von meinem Bruder Paris lassen konnte! Denkt mal darüber nach, und dann wird euer Geheul einem milden Lächeln weichen. Und vergesst nicht: einige Paten von der Automafia werden sicher von den Neuengländern gepflegt rasiert werden! Das wird euch zwar auch viele Euronen kosten, aber die Genugtuung! Die Genugtuung, diese aufgeblasenen Hänflinge verdonnert zu sehen! Das wird trotz allem eine Fiesta à la Hemingway…
Nun zu euren Eiern. Nein, es ist nicht schön, dass die belastet sind. Belastungen sind immer etwas Unschönes, alleine die jährliche Steuererklärung, wenn ich nur daran denke, ich habe immer noch nicht alle Belege für meinen Steuerberater Mammon beisammen. Aber wo war ich? Ach so, ja, die Eier. Nun, wenn die Zusatzstoffe enthalten, die euch nicht schmecken, dann macht es doch wie meine entfernte Verwandte Marie Antoinette. Die soll auf die Vorhaltung, die Armen könnten sich nicht einmal mehr Brot leisten, geantwortet haben: „Dann sollen sie eben Kuchen essen!“ Klingt aristokratisch-arrogant, ist aber ein kluger Vorschlag. Da die kapitalistischen Raubtiere halt nicht zu besiegen sind, muss das Beutetier einfach seine Ethologie ändern und anderes Zeug fressen. Dazu hat mein lieber Freund Irenäus Eibl-Eibesfeldt herzige Traktätli verfasst, zum Beispiel über die Steinlaus oder den Dieselschwaben.
Und diese Grünschnäbelin Dingenskirchen in Niedersachsen, die mal flink schwarz geworden ist- Schwamm drüber! Nicht über ihren Teint, das Make-up kriegste nicht mehr ab! Nein, Listenliesel macht einmal mehr deutlich, dass eure Damen und Herren Politiker sich peu à peu immer weiter weg vom “Souverän” (ha!) entfernt haben. Listenliesel ist es offenbar entgangen oder aber schnurzegal, dass ihr Coup in einer gerade per se aufgeheizten Phase mehr als – sagen wir einmal- “unglücklich” getimt ist. Auch den Buhei um Dieselgate und die unheilige Allianz von Politik und Wirtschaft hat sie vermutlich hinten auf der Bank gar nicht mitbekommen. Was eure liebe Pastorentochter von diesem Wechsel mit Geschmäckle hält, würde mich allerdings schon interessieren. Passt sicher gut in ihren Masterplan.
So, ich muss jetzt ins Hammam. Mein wochenendlicher Beautyday. Ich habe da einen ganz entzückenden Masseur namens zu Guttenberg, mit dem es sich herrlich plaudern lässt. Er ist gerade erst aus der Verbannung zurückgekehrt und hat übergangsweise die Knete, äh Kneterei reicher und schöner Damen der Gesellschaft übernommen. Ganz im Vertrauen hat er mir ins Öhrchen geflüstert, dass er noch Großes vorhat: Er möchte, nein will und wird Erbkanzler von Germanien werden. Baron ist er ja schon.
Ihr seht, eine der vielen teutonischen Erfolgsgeschichten, erzählt von
eurer Principessa, die jetzt schnell, schnell in ihren Kapuzenmantel aus veilchenblauer Seide schlüpfen muss


5 Kommentare

  1. cassandra2010

    Es dieselt und nieselt, aber wir machen uns dennoch ein amüsantes Wochenende, gell?

    LG
    ^-* c2010

  2. Stefan Schürrer

    Man muss auch mal die sieben gerade sein lassen, oder wie heißt das berühmte Sprichwort?

    Liebe Grüße
    Stefan

    1. cassandra2010

      „Na, Pippi, wie viel, glaubst du, daß 8 und 4 ist?“
      „So ungefähr 67“, meinte Pippi.
      „Aber nein“, sagte die Lehrerin, „8 und 4 ist 12.“
      „Nein, meine kleine Alte, das geht zu weit“, sagte Pippi. „Eben erst hast du gesagt,
      7 und 5 ist 12. Ordnung muß sein, selbst in einer Schule.“ `

      ^-*/`
      c.

  3. Corina Wagner

    Oh mein Wochenende war verhagelt, besser geschrieben von Höcke und Poppenburg-Fans aus der Autorenbranche negativ belastet, da sind diverse herumgeiert, da habe ich Hinkelei-Schleckerei auf heute verschoben. Ich hab’ die “Grünschnäbelin Dingenskirchen in Niedersachsen” einfach ignoriert, wenn du wüsstest, was ich am Mittwoch z.B. im Saarland in der Nähe von Fronkreisch erlebt habe, da sieht sogar der Baron leichenblass aus. :-)
    Ganz liebe Grüße
    Corina

    1. cassandra2010

      wenn du wüsstest, was ich am Mittwoch z.B. im Saarland in der Nähe von Fronkreisch erlebt habe, da sieht sogar der Baron leichenblass aus. :-)

      WAS denn? Im Vollsuff die AKK geknutscht? Umgefallenes frz. AKW? Nu sach schon, Hexenschwester!!! Ich dreh am Rädli

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