Down the rabbit hole 2016

“Brauchst du Hilfe?”, frage ich die Kollegin nach einer langen Besprechung, die gerade die Aktenordner zusammen sucht und schon bei drei, jetzt bei vier schweren Aktenordnern angekommen ist und wenn ich ehrlich sein soll, selbst ich hätte Probleme, sie alle auf einmal zu balancieren.

“Nein, nein. Ich bräuchte nur Hilfe beim Aufschließen der Tür.”, “Da kann ich dir auch helfen.”, sagt unsere Kollegin und beide marschieren den Flur entlang, weg von der Besprechung den Flur runter und weil ich sowieso in diese Richtung will, stolpere ich ihnen hinterher und biege links ab, wo sie rechts gemeinsam in ihre Büros gehen, setze mich an meinen Schreibtisch, in mein leeres Büro und lasse den Tag langsam Revue passieren.

Das Radio läuft noch, Solitude von Black Sabbath – jetzt mal ehrlich, für wen schreiben die solche Songs bloß immer, wechsele ich schließlich den Sender. – Hat eh keinen Sinn mehr, ich mach das Radio komplett aus und gehe nach Hause.

Gut, dass ich im Zug nach Hause die kleinen Freuden des Alltags habe, die mich immer in eine andere Welt transportieren.

Comics, Action Comics um genau zu sein. In Version #241 vergrabe ich meine Nase und kann mich bald nicht mehr auf die Geschichte konzentrieren, sondern erinnere mich an die Unterhaltung mit Jan über Batman und Superman und warum er Batman Superman immer vorziehen wird – ich schaue kurz auf die Uhr. Noch 44 Minuten und 45 Sekunden, dann muss ich zu Hause sein, sonst verpasse ich das Konzert von Daughter im Fernsehen, ich lasse es meistens als Hintergrundrauschen laufen, während ich meine Wohnung aufräume oder mir eine Kleinigkeit zu essen mache.

Für Jan ist dieser unbesiegbare Superhelden-Prototyp zu viel des Guten. Er mag Batman gerade deshalb, weil er ein Mensch ist wie du und ich, meinte er letztens. Nachdem ich aber diesen Blog gelesen hatte über Supermans new power, habe ich eine andere Meinung über ihn und kann den Comic auch ganz anders genießen…

Copryright © 2017 Stefan Schürrer


6 Kommentare

  1. Bambulie

    Da kann man ja richtig mitfühlen, so wie Du das geschrieben hast. Und auch der Keks musste letzen Endes daran glauben. Diese Handlung bestätigt auf eindringliche Art und Weise den Ausnahmezustand der Protagonistin.

    Zum Thema: sagen wir mal so: Ich bin mir beinahe sicher, dass Sultan Erdogan I. bestimmt kein Gender-Mainstreaming mag. Und auch Ehe und Familie sind im Orient bekanntlich heilig. Rechtskonservative haben somit also naturgemäß große Gemeinsamkeiten mit dem selbsternannten Kalifen Erdogan.

    Böse Zungen würden natürlich nun sofort die Gelegenheit beim Schopf packen und anprangern, dass die AfD ebenfalls ein faschistisches Kalifat errichten will.
    Im Parteiprogramm der Afd steht allerdings nichts dergleichen. Aber sehr böse sind sie schon, da sie es einfach nicht lassen können unentwegt geltendes Recht einzufordern: Asylrecht (gilt nicht für Armutsflüchtlinge) sowie das Dublin-Abkommen. Und die innere Sicherheit ist natürlich der Renner.

    Wie sagte Peter Scholl-Latour: “Wer halb Kalkutta aufnimmt, rettet nicht Kalkutta, sondern der wird selbst Kalkutta.” Da hat er recht!

    Das würde unsre Sozialsysteme sprengen. Und dann gibt es wirklich Zunder.

    PS.: Ich werde nicht wählen gehen. Interessiert mich alles nicht mehr. Das Ding ist gelaufen…

    1. Stefan Schürrer

      Ich glaube, da sollte sich jemand mal vor dem Kommentieren Gedanken machen, was er da kommentiert. Sonst könnte es ziemlich peinlich werden…

  2. cassandra2010

    Eskapismus in die „sequenzielle Kunst“… kann ich gut nachfühlen, auch wenn die Fledermaus und der Muckiboy nicht so ganz mein Ding sind… ich hab es mehr mit Lucky L., A&O, Tintin, Titeuf etc.

    Dennoch sollten wir die 2.0-Welt schärfstens im auge behalten- da laufen sachen, du kriegst die Krtze!

    Grüßle
    c2010

  3. cassandra2010

    Krätze

  4. Ostello Jaeger

    klingt wirklich gut, trifft die obere chakren sensorik ;) aber nicht nur, würde ich mal sagen, das daughter concert.
    solitude hatte ich früher mal konsumiert, hat mich auch berührt auf eigentümliche art.
    nun ja, musik, .. was wollte ich grad schreiben? egal,
    die comic welten sind auch eine art von musik, nur flächigoptisch aufgetragen, den silversurfer find ich ganz schön gut, oder die binet comics, die schwermetalls hab ich mal gelesen, moebius, mangas &&& hmm…
    hg

  5. Ostello Jaeger

    ps: attention black sabbath, kommt gut, haben wir beim skatspielen gehört, casstte immer wieder, stundenlang, umgedreht, … und ..abgelacht, lange her

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