how to get fu***d … or not?

“Ich fühle mich so langsam wie Carrie Pilby, um ehrlich zu sein. Jeder scheint nur noch von Sex zu reden; und es macht mich ganz wuschig, wenn du verstehst, was ich meine.”, kratzt er sich am Kopf, schüttelt dann aber nur mit dem Kopf, lacht: “Ach, nein. Nicht so, wie du jetzt vielleicht denken magst … ach, verdammt – vorher möchte ich mit der Person wenigstens ein bisschen quatschen, möchte sie zum Beispiel ins Museum ausführen, gemeinsam vor Gemälden stehen bleiben, meinen Arm um sie legen, ihr zuhören und ihr dabei verstohlen auf die Lippen schauen und mich wundern, wie sie wohl schmecken, ihr in unbemerkten Momenten hinterher blicken, mich fragen, wie sie wohl nackt aussieht, sie dann nach Hause bringen, ins Bett werfen, endlich ausziehen und ihren Körper erkunden …” – “Gott, wie lange hast du nicht mehr? – Sowas kann auch nur einer bringen, der schon lange nicht mehr gevögelt wurde, oder?”, unterbricht ihn eine Freundin.

“Ich würde dich ja ranlassen, aber ich hab gerade meine Tage; da ist es immer so eine Sauerei – Hast du denn gar keine Möglichkeiten?”, fragt sie mitleidig. “Ach, wie großzügig von dir. Danke, aber nein danke. Ich hab ja genug; doch, einige sogar – aber ich versaue es mir selbst immer wieder, indem ich zu ehrlich bin zu den Frauen. Ich erinnere mich da nur an das eine Mal mit der Poetin im Park, als wir uns ganz romantisch gegenseitig Liebesgedichte vorgelesen haben und ich ihr dann erklärte, dass eines meiner Liebesgedichte nach einem Poetry Slam entstand, wo ich doch diesen einen kleinen magischen Moment mit einer hatte und …” – “War das die Geschichte mit dem defekten Drucker? – Die kenn ich schon; find ich immer noch herzergreifend, um ehrlich zu sein.”, rückt sie ein bisschen näher.

“Ich weiß gar nicht, was daran so besonders sein soll.”, lehnt er sich auf dem Barhocker zurück und massiert sich nervös die Hände. “Naja, also; dass ihr da in der Gruppe zusammen standet und du einen Witz gemacht hattest, der nicht gezündet ist und dann diesen Aufkleber mit Defekt von dem Drucker genommen und dir an die Brust geheftet hast und sie direkt verstand, dass es eine tiefere Bedeutung hatte, während alle Anderen über diesen optischen Witz lachten, ist doch irgendwie total süß – dass du da später nicht noch mal hinterher warst, ist schon traurig.”, legt sie fast wie nebensächlich ihre Hand auf sein Knie, die er nur anerkennend tätschelt, dann aber nimmt und wieder zu ihrer anderen Hand auf den Tresen legt.

“Kennst du diesen Alligatoah-Song? – Der Trick ist lügen!”, lacht der Barkeeper und schiebt ihnen zwei Biere rüber. “Ja, aber das ist doch gerade der Punkt! – Ich will nicht mehr lügen, um Frauen ins Bett zu kriegen. Ich hab schon so viel Scheiße behauptet, um Frauen flach zu legen, da hab ich einfach keinen Bock mehr drauf – Ha! Mann, das eine Mal hab ich sogar so getan, als könnte ich Tarotkarten legen, nur um eine Frau ins Bett zu kriegen!” – “Was hast du?”, lacht der Barkeeper ungläubig und ignoriert mein erneutes Räuspern – das wird dann wohl nichts mehr mit meinem neuen Bier, spiele ich weiterhin gelangweilt mit dem leeren Bierdeckel.

“Tja, das macht es jetzt auch nicht einfacher.”, macht sie ihr Bier in einem großen Zug halb leer und hat mich jetzt bemerkt, dass auch der Barkeeper endlich zu mir rüber kommt und sein Was darf´s sein? stellt, dass ich mit einem trockenen Das Gleiche nochmal, bitte! beantworte.

Copryright © 2017 Stefan Schürrer


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