Ich wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne; und siehe, da waren Tränen derer, so Unrecht litten und hatten keinen Tröster; und die ihnen Unrecht taten, waren zu mächtig, dass sie keinen Tröster haben konnten.
Da lobte ich die Toten, die schon gestorben waren, mehr denn die Lebendigen, die noch das Leben hatten…
.” (Sprüche)

Deutsches Miserere


8 Kommentare

  1. cassandra2010

    Mein gerade 18 gewordener Vater lag im Januar 1943 in Ostercappeln im Lazarett. Er hatte eine Gelbsucht, die ihn vor dem Transport nach Stalingrad bewahrt hat… er “durfte“ danach an die Westfront, nach Südfrankreich. Und als größtes Glück empfand er, dass er keinen einzigen Schuss abgeben musste.
    Dieses Glück war in der Hölle von Stalingrad nicht gegeben…

  2. cassandra2010

    Das Flugblatt V der Weißen Rose von Ende Januar 1943:

    http://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse-rose/61025/flugblatt-v

    Dieses wurde bekanntlich vom linientreuen Pedell der Universität zu München den Behörden übergeben. Der weitere Verlauf ist bekannt…

  3. Mmblfrz’s avatar

    und was wollen uns diese Ausführungen zeigen?
    Steht ein Krieg bevor? Will Deutschland Polen überfallen? (Mit DER Bundeswehr hahaha)
    Warnung vor Nationalismus: Jo, dann wäre D aber die falsche Adresse. Gugge mer liewer mal zu de Bridde, zu de Französjer oder in de Oste von Euroba…gelle?

  4. cassandra2010

    Mumpitz! Eher eine Erinnerung an viele sinnlos verschleuderte junge Leben sowie die Verpflichtung, eine ausgewogene und intelligente Friedenspolitik zu forcieren.

  5. Mmblfrz’s avatar

    Das unterschreibe ich doch glatt ooch…

    z.B. sollte man mal wieder mit Russland reden. Putin ist zwar kein Friedensengel, aber diese Sprachlosigkeit zwischen Ost und West ist doch bedenklich.

  6. Bambulie

    Dein Vater war einer von den Glücklichen, an denen dieser Stalingrad-Kelch vorüberging.

    Dieser verbrecherische Wahnsinn in Stalingrad ist in seinem Ausmaß wohl einzigartig in der Geschichte. Und der Schreibtisch-Stubentiger Paulus war einfach nicht Manns genug frühzeitig eigenmächtig zu handeln und auszubrechen. Hätte er das getan, wären Hunderttausende nicht gestorben.

    Und nichts könnte die Verblendung der Verantwortlichen (Göring &Konsorten ) wohl besser demonstrieren als dieses grauenhafte Ereignis auch noch mit der Schlacht bei den Thermopylen (Perserkriege) vergleichen zu wollen.
    Dort hielten bekanntlich wenige Griechen zwischen dem Kallidromos-Gebirge und dem Golf von Malia einer Übermacht von aggressiven Persern stand.

    Also wenn man schon diesen Vergleich bemühen will, was die Nazis ja taten, dann waren die Russen die “Unsterblichen” die ihre Heimat verteidigten.
    Denn schließlich waren es die Deutschen die mordend und plündernd Russland überfallen hatten.

    Ich habe über dieses Thema einmal ein Gedicht geschrieben über das sich der neue Moderator – damals bei Zeit-Online – sogar mokiert hat.
    Es war ihm zu eklig. Sensibelchen. Irgendwo im Netz oder auf einem alten Rechner wird es wohl vor sich hin stinken.

    Halt! Habe gerade den Titel “Stalingrad” und “Bambulie” eingegeben und siehe da, hier ist es: Und natürlich bei zeitverdichtet • Im Kessel

    Paulus sprach: Wir geben nicht auf
    Der Führer haut uns sicher raus
    Der Russe ist bestimmt am Ende -
    Entsatz bringt dann die schnelle Wende

    Keine Munition & nichts zu fressen
    Im Hauptquartier die goldenen Tressen
    Haltet aus, wie an den Thermopylen
    Lasst den Feind im Blute wühlen

    Doch Stalin war noch nicht am Ende
    Es wurde doch nichts mit der Wende
    Frische Truppen & derer gar viele
    Die Deutschen wurden leichte Ziele

    Im Kessel ließ man sie verrecken
    Ohne Nahrung, Wunden lecken
    Im Eiswind stand Mann für Mann
    Geopfert für des Führers Wahn

    Die 6. Armee die Himmelstürmer
    Lebten nur noch wie die Würmer
    Total verlaust & skelettiert
    Wurde nur noch vegetiert

  7. Corina Wagner

    Stalingrad. Furchtbare Schicksalschläge auf beiden Seiten. Es ist wichtig, dass man an das Grauen, den Wahnsinn des Zweiten Weltkriegs erinnert. Danke!

    1. cassandra2010

      O Deutschland, bleiche Mutter

      Mögen andere von ihrer Schande sprechen
      ich spreche von der meinen.

      O Deutschland, bleiche Mutter!
      Wie sitzest du besudelt
      Unter den Völkern.
      Unter den Befleckten
      Fällst du auf.

      Von deinen Söhnen der ärmste
      Liegt erschlagen.
      Als sein Hunger groß war
      Haben deine anderen Söhne
      Die Hand gegen ihn erhoben.
      Das ist ruchbar geworden.

      mit ihren so erhobenen Händen
      Erhoben gegen ihren Bruder
      Gehen sie jetzt frech vor dir herum
      Und lachen in dein Gesicht.
      Das weiß man.

      In deinem Hause
      Wird laut gebrüllt, was Lüge ist.
      Aber die Wahrheit
      Muß schweigen.
      Ist es so?

      Warum preisen dich ringsum die Unterdrücker, aber
      Die Unterdrückten beschuldigen dich?
      Die Ausgebeuteten
      Zeigen mit Fingern auf dich, aber
      Die Ausbeuter loben das System
      Das in deinem Hause ersonnen wurde!

      Und dabei sehen dich alle
      Den Zipfe deines Rockes verbergen, der blutig ist
      Vom Blut deines
      Besten Sohnes.

      Hörend die Reden, die aus deinem Hause dringen, lacht man.
      Aber wer dich sieht, der greift nach dem Messer
      Wie beim Anblick einer Räuberin.

      O Deutschland, bleiche Mutter!
      Wie haben deine Söhne dich zugerichtet
      Daß du unter den Völkern sitzest
      Ein Gespött oder eine Furcht!

      Bertolt Brecht 1933

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