Politischer Aschermittwoch

Was interessiert mich Dein Rosenmontagsgeschwätz von vorgestern,

wenn heute während des politischen Aschermittwochs

Dampfplauderei, Papperlapappgefasel

und Blablareden auf dem Programm stehen.

Haha, so könnte man denken.

Ich grüße alle Politiker,

die Tacheles reden und sich nicht wie ein Fähnchen im Wind drehen,

um ihre eigenen Schäfchen weiterhin ins Trockene zu bringen…

© CoLyrik, Aschermittwoch 2018


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11 Kommentare

  1. Bambulie

    Der Aschermittwoch wird immer mehr ins Gegenteil verkehrt.
    Die politische “Klasse” hat sich darauf geeinigt, den jeweils anderen die Leviten zu lesen, anstatt bußfertig Asche aufs eigene Haupt zu streuen. H.M.

    Und überhaupt… !

    Aschermittwoch

    Nun fällt der tollen Narrenwelt
    das bunte Kleid in Lumpen, -
    und klirrend auf den Estrich schellt
    der Freude voller Humpen.
    Lautkrachend springt ins Schloss das Tor,
    kein Lichtschein mehr am Fenster -
    ein grauer Morgen kriecht empor,
    der Morgen der Gespenster.

    Da ist im tiefen Straßenstaub
    ein stolzes Weib gestanden -
    von ihrem Odem rauscht das Laub,
    des Meeres Wogen branden.
    Sie reckt sich in die Frühlingspracht
    mit herrischer Gebärde:
    mein ist, was blüht und weint und lacht -
    mein ist die ganze Erde!

    Was bimmelt ihr vom Kirchenturm
    und predigt Reu und Buße?
    Ihr seid das Sandkorn vor dem Sturm,
    der Staub mir unterm Fuße.
    Was schiert mich eurer Sünde Scham
    und eurer Hölle Flammen?
    Ich blas den ganzen Maskenkram
    mit einem Hauch zusammen.

    Mir gilt die Dirne unterm Tor,
    das Hündlein in der Gossen
    mehr als der schönste Damenflor
    in euren Staatskarossen.
    Und Blumen und Konfettischlacht?
    Wie jäh verstummt die Harfe,
    versprüht der Witz, verblaßt die Pracht,
    löst meine Hand die Larve.

    Mir gilt des Bettlers hohle Hand
    und gramzerfressne Miene
    mehr als der Fürstenhöfe Tand
    und blutige Hermeline. -
    Und tobt im Ost der Schwertertanz,
    und saust das Blei, das rasche -
    auf aller Kronen Faschingsglanz
    streu ich die Handvoll Asche!

    Ob Kirchen- oder Festungssturm,
    sie wanken beid auf Erden
    und werden einst vom Wirbelsturm
    zu Staub zerblasen werden.
    Und reißt der letzten Narretei
    der bunte Rock in Fetzen,
    dann soll die Menschheit, nackt und frei,
    sich an die Tafel setzen.

    Clara Müller-Jahnke (1816-1905)

    1. Mmblfrz’s avatar

      tolles Poem

      1. Bambulie

        Find ich auch. Clara Müller-Jahnke starb bereits im Alter von nur 45 Jahren. (Influenza)

        Oskar Jahnke schuf seiner Frau an einem Hang des evangelischen Friedhofs Wilhelmshagen mit einem zehn Tonnen schweren Findling ein beeindruckendes Grabmal. Es ist noch heute zu besichtigen, auch Jahnkes Wohnhaus ist noch gut erhalten.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Clara_Müller-Jahnke

        1. Corina Wagner

          Den Findling hatte ich mir gestern dank Internet bereits angesehen. Wirklich sehr beeindruckend. Schade, dass Müller-Jahnke so früh starb.

    2. Corina Wagner

      Wow. Danke für Aschermittwoch von Clara Müller-Jahnke!

  2. Mmblfrz’s avatar

    Ach ja der Aschermittwoch- ist wie der Karneval doch nur ein Mittel um “die da oben” mal ein wenig zu “dissen”- aber alles harmlos und staatstragend-und neuerdings auch noch politisch sehr korrekt.

  3. Mmblfrz’s avatar

    –bzw: Die Parteien reden mal ein wenig derb daher und Michel denkt:ujujuju..

    1. Corina Wagner

      ;-) Die Kleinen treten den Großen verbal gegen das hölzerne Bein und dann ist der Tag auch schon wieder vorbei.

  4. cassandra2010

    Do losse mer uns’ rheinisch Jemööt spille:

    https://www.youtube.com/watch?v=CBG7GtQnPtI

    Alaaf c2010

    1. Corina Wagner

      Jawoll. De Jupp Schmitz…
      … lang issses her…

      Am Aschermittwoch ist alles vorbei…

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