Treiben und Treiben lassen

Knospen treiben aus
Es ist Zeit

Eine Walkuh und ihr Junges
sind auf dem Weg
vom Südpol
zurück in tropische Gewässer

Nichts treibt sie an

Öltanker, Kriegschiffe, U-boote
Was treibt sie an

Bienenschwärme auf Blütensuche
Biene für Biene
voll mit Bienenwissen

Montagmorgen
Menschen schwärmen aus
folgen
dem Ruf kreisender Koordinatenkreuze

Der Wind spielt mit den Wolken
Oder
es spielen deine Haare mit dem Wind

Ich denke an meinen Herzschlag
Wir sind Freunde
Er treibt mich nicht an

Die Segelboote der Wind antreibt
in einem fort

~ ~ ~


  1. Corina Wagner

    Treiben und Treiben lassen – manche denken nicht nach, ihnen ist es egal, was im Meer herumtreibt, ob eine Walkuh und ihr Junges, viel zu viel Plastikmüll, vielleicht mal wieder ein riesengroßer Ölteppich oder Kriegsschiffe und U-Boote. Der Wind weht manchmal eisig, dank der Stellvertreter-Kriege, obwohl die Sonne wärmend über dem Meer scheint.
    Unser Herzschlag treibt uns an für was auch immer, wenn er gleichmäßig schlägt…
    … wenn nicht, dann lassen wir uns im Jenseits treiben.

    Danke für Deine Worte, lieber Ostello!
    HG
    Corina

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  2. Ostello Jaeger

    hallo liebe corina,

    bemerkenswert finde ich auch, dass, egal was sie antreibt, alle behaupten es gut zu meinen, oft mit verheerenden folgen.
    mich treibt zb die ungeduld an, und ein notorisch kritischer blick ;)
    oft treibt mich aber ganz einfach die sehnsucht an mich einfach treiben zu lassen, das ist zu schön…

    lg

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    1. Corina Wagner

      Hm, so ein Antrieb aus guten Willen kann manchmal zum Stillstand und Blockade bei anderen führen, dann lassen jene sich nicht mehr treiben…
      …vorantreiben.
      ;-)

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  3. cassandra2010

    Conrad Ferdinand Meyer

    Zwei Segel
    Zwei Segel erhellend
    Die tiefblaue Bucht!
    Zwei Segel sich schwellend
    Zu ruhiger Flucht!

    Wie eins in den Winden
    Sich wölbt und bewegt,
    Wird auch das Empfinden
    Des andern erregt.

    Begehrt eins zu hasten,
    Das andre geht schnell,
    Verlangt eins zu rasten,
    Ruht auch sein Gesell.

    Für mich eines der schönsten Gedichte über die Wechselseitigkeit von Treiben und Ruhen und auch ein sehr ruhiges und sinniges Liebesgedicht.

    LG#c2010

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