Ein nobler Fummelpreis

Bäh
wenn ich mir den Babbsack da angugg
der sei klebrische finger und sei
fettische Haar uff de Arsch von de Lideradur lescht
da werd mer grad spei
He ihr Säckelsaascher aus Norwesche:
Ich will ach so´n Bembel! Achdung ich dischde:

“Die beide laache Arsch an Arsch
und bliese de Parademarsch”

und? ist des nix?
ist doch eier Niwo

aaner hab ich noch:

“Ei Erna mach Dich frei
und teek mi hei tu se skei”

jetzt awwer
her mit dem Bembel und der Marie
sonst geh ich zu eiern Kenisch und
meld das ach es Prinzessje ogefummelt wurd…

Isch verbeibe mit tiefer Verachdung
Mmblfrz


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  1. cassandra2010

    *grins*
    Ja ja, die alten Säcke… aber was mich schon lange aufregt, ist die üble Praxis, dass die meisten Nobelpreise für Literatur an zweit- oder gar drittklassige Schreiberlinge gehen… so hat etwa kein Kafka, kein Joyce, kein Tolstoi, kein Ibsen, kein Strindberg, kein Twain (!), kein Proust, kein Zola, kein Rilke, kein Musil, kein Celan(!), kein Lem, kein Updike ihn je erhalten… und da habe ich sicherlich noch den einen oer die andere vergessen, ach ja, Virginia Wolfe!
    Man könnte sich allein aus der Liste der ungeehrten Schriftsteller eine exquisite Bibliothek zusammenstellen.
    Übrigens: Mein Hausgott Harry Heine wäre sicherlich auch übergangen worden!

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  2. Mmblfrz’s avatar

    Richtig, Günter Grass, Jellinek ooo weia, auffällig das die keiner mehr liest.
    Auch bei der Literaturmafia in den Zeitungen wird immermehr nach politischen Gesichtspunkten ausgewählt. Hahaha da wird dann ein Tellkamp, von dessen literarischer Qualität ich nix halte, plötzlich in die Schmuddelecke gestellt.
    Da das die Literaten wissen, haben sie, so mein Eindruck, immer schon den Kritiker bei der FAZ im Kopf. Daher wirkt vieles so gewollt. Lichtenberg hat dafür einen schönen Ausdruck: Diese Bücher riechen nach Lampe. Ich hatte es schon einmal geschrieben: Gerne würde ich mal was neues Gutes lesen, doch das was ich mir so ansehe..mittelmäßig bis schlecht. (Kann natürlich sein, dass mir, bei der Fülle der Literatur, einiges durch die Lappen geht). Da sind ja die “Unterhaltungsschriftsteller” besser. (Wobei anzumerken ist, dass jede Literatur natürlich der Unterhaltung dienen sollte- nur das die Klassiker eben besser unterhalten). Ich bleib halt immer wieder hängen bei : Den Griechen,einigen Römern, Shakespeare, Goethe, Mann und Fontane, den üblichen Russen und Dickens…aaaah fast hätte ich meinen lieben Marcel Proust vergessen… Joyce, wegen seiner gewaltigen Ehrlichkeit. Und Camus. (Sartre eher nicht). Herr Heine wäre mit Sicherheit durchgefallen, hing er doch keiner Partei oder Ideologie (außer der Freiheit) an- dass wird aber nicht so gern gesehen…

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    1. cassandra2010

      Am 22.10.1964 tickerten die Fernschreiber und brachten die erwartete Eilmeldung:

      Die Schwedische Akademie in Stockholm hat den diesjährigen Literaturnobelpreis an den französischen Schriftsteller und Philosophen Jean-Paul Sartre verliehen. In der Begründung heißt es, Sartres freiheitlicher Geist und seine Suche nach Wahrheit habe einen weitreichenden Einfluß auf unser Zeitalter ausgeübt.

      Wenig später begannen die Fernschreiber wieder zu tickern, und wieder lief eine Eilmeldung, und sie war die Sensation:

      Jean-Paul Sartre lehnt Literaturnobelpreis ab.

      Fassungslosigkeit auf allen Seiten.

      Das Rätselraten über Sartres Motive endete erst mit Sartres schriftlicher Erklärung. Sie war unmissverständlich:

      Der einzige Kampf an der Kulturfront, der heute möglich ist, ist der Kampf für die friedliche Koexistenz der beiden Kulturen – jene im Osten und jene im Westen… Ich persönlich empfinde die Widersprüche zwischen den beiden Kulturen sehr tief; ich bin durch diese Widersprüche geformt worden. Meine Sympathien gehören unzweifelhaft dem Sozialismus… Aber ich wurde in einer bürgerlichen Familie geboren und erzogen. Dies gestattet mir, mit all jenen zusammenzuarbeiten, die eine Annäherung der beiden Kulturen wünschen… Aus diesem Grund kann ich aber keinerlei von kulturellen Organisationen weder des Ostens noch des Westens verliehene Auszeichnungen annehmen… Obwohl alle meine Sympathien den Sozialisten gehören, könnte ich dennoch gleicherweise zum Beispiel einen Lenin-Preis nicht annehmen… Diese Haltung hat ihre Grundlage in meiner Auffassung von der Arbeit eines Schriftstellers. Ein Schriftsteller, der politisch oder literarisch Stellung nimmt, sollte nur mit den Mitteln handeln, die die seinen sind – mit dem geschriebenen Wort. Alle Auszeichnungen, die er erhält, können seine Leser einem Druck aussetzen, den ich für unerwünscht halte. Es ist nicht dasselbe, ob ich “Jean-Paul Sartre” oder “Jean-Paul Sartre, Nobelpreisträger” unterzeichne.

      Ein echter Jean-Paul.

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