~Danach is’s wieder weidaganga mit da Gaudi…?

Die Söderlinge aus Seehofen blasen. Nicht die Tuba, auch nicht die Trompete. Sie blasen zum Sturmangriff auf eine Kundgebung für Toleranz und Demokratie und gegen ihre Flüchtlingspolitik. Die Großdemonstration unter dem Motto “Ausgehetzt” erwartet 25.000 Menschen, die gegen die “Politik der Angst” der CSU protestieren, gegen Rechtsruck in der Gesellschaft und Verrohung in Politik und Sprache.

Ja bravo! Da hat diese Trachtler-Combo ja endlich einen Gegner gefunden, den sie genüsslich mit Plakaten und Internet-Aktionen diffamieren kann: schleichende Institutionenverachtung, die Seehofer und seine Mitstreiter in ihrem Projekt illiberaler Demokratie nach dem Vorbild der Trumps und Orbáns vor sich her tragen wie der Pfaffe die Monstranz. Was erregt ihren polternden bajuwarischen Zorn? Da hat doch glatt ein breites gesellschaftliches Bündnis unter dem Motto “#ausgehetzt – Gemeinsam gegen die Politik der Angst” zum Protest gegen den Rechtsruck in Sprache und Praxis von Politik, Medien, Gesellschaft aufgerufen. Ja sakradi, ja hams denn koa Moral ned, die depperten Parteipoltrone? Kruzifix – ach nee, das ist jetzt nicht so passend, gell, Söder?, also Lecks mi am Oarsch denkt sich die Alpen-CSDAP und goebbelt los. Gegen die freie Rede und die Freiheit der Meinung.

Bayern war ja immer schon… seltsam, gell? Eher Folklore (” hob erst amoi greihert wia d’Sau”) als Volksstamm. Auch wenn sie eine Fleißer, einen Graf, einen Brecht und … ähem, den FCB hervorgebracht haben (ja, ich weiß, das gehört alls ned zsamm, aber des is mir grad wurscht).

Am 16.November 2018 hat sinnigerweise eine Neuinszenierung von Becketts “Endspiel” Premiere am Münchner Residenztheater. Becketts Figuren scheinen die letzten vier Überlebenden einer dekadenten Gesellschaft, welche dank ihrer Vorsorge und ihres Wohlstandes die Katastrophe überlebt haben und nun gezwungen sind, mit den Trümmern ihrer Erinnerung auf ewig weiterzuleben. Wohlgemerkt, in einer fiktiven Bühnenhandlung.

Bis dahin hat hoffentlich die CSU wieder zu halbwegs demokratischen Usancen zurückgefunden und sich das “C” zurück verdient. Ansonsten gehen im Süden der Republik die Lichter für längere Zeit aus.


3 Kommentare

  1. Ostello Jaeger

    Das ist vielleicht ein Schlamassel, was die interessensgeleiteten Politiker anrichten. Die deutsche Wertegemeinschaft (strategischer Begriff) hat jegliche Orientierung verloren, Merkel sitzt es zwischen den Stühlen aus, keine Ahnung, ob der Makrohn ihr wohlgesonnen ist. Die Oberhäupter Amerikas und Russlands sind es nicht mehr. Also weder in Europa, noch außerhalb, noch in deutschen Landen hat die Kanzlerin genügend Rückhalt um den Söderling ganz einfach zu entlassen. Oder sympathisiert sie etwa? Nein, sicher nicht… Es ist nicht mehr kongruent, was da abläuft, erschließt sich nur noch den Bildzeitung Lesern ; )
    fällt mir dazu ein…

    tschau, lg

  2. Corina Wagner

    In Bayern ist Fremdschämen angesagt. Seit dreißig Jahren lebe ich heuer in Bayern und schäme mich nun, dank den Äußerungen der bayerischen Alphamännchen. Das C in der Partei ist wahrlich verloren gegangen. Pfui Deife.
    Fluchen tut gut!
    Gottseidank kamen genügend Menschen zur Demo nach München, um ein Zeichen zu setzen! Leider konnte ich an diesem Tag nicht nach München fahren, sonst hätte man mich auch unter den Demonstranten entdeckt.

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