In der Hängematte

Lichtschimmer zwischen dem Geäst

die Matte schaukelt träge

darin ich – ein schrumpfender Wurm

der heute nicht nüchtern werden möchte

Habe großartige Pläne

wie ich türmen werde

vor diesem Klumpen Wirklichkeit –

ich mag es mit Plänen zu jonglieren

Bleibe noch eine Weile hier

pendle es aus in der Hängematte:

ausrangierte Träume rostende Sehnsüchte

mariniert in Hoffnung

Der Wind wühlt in den Bäumen

ich denke an die süße Kindheit

und was das Schilf am Fluss erzählte –

der kleine Ausbruch genügt vorerst

Unmerklich zerfließe ich

wie Tränen auf einem Aquarell

alsbald nur ein Fleck

matt mit der Zeit


  1. MokkaSinn

    Sind es nicht kostbare Momente in dieser Hängematte.
    Gedanken sacht geschaukelt,
    Rückschau und -gefühltes,
    Erinnerungen, die Kraft geben und das Wissen,
    dass es nur eine Richtung gibt.

    Sehr intensive kraftvolle Zeilen, die mich immer und
    immer wieder ertasten lassen, was noch in ihnen steckt.

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  2. Corina Wagner

    Lieber Paul,
    zunächst einen herzlichen Gruß, wo auch immer Du nun weilst!
    Ich freu’ mich sehr endlich mal wieder Zeilen von Dir lesen zu dürfen! Dank Dir lag ich vor wenigen Minuten in der Hängematte als schrumfender Wurm…
    Großartiges Freistil-Gedicht!

    Herzlichst
    Corina

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