hirnlos, na und ?

Also, ich denke ;) mal, wir alle kennen das, diese ärgerliche Gereiztheit, über sog. hirnlose Werbung, Schlagzeilen, Berichterstattung, Gesprächsinhalte &&&

Aber, wie immer, ist es eigentlich ganz anders. Die Beschaffenheit bzw. Größe des Gehirns ist nicht ausschlaggebend für die Intelligenz, zumindest nicht zwingend notwendigerweise.

Es gibt/gab Mensch ohne Gehirn, klar, aber die meine ich nicht, also ich meine die ohne physisches Gehirn. Genauer gesagt mit dem Gehirn von der Größe eines… Kaninchens, oder noch kleiner.

Bekannt ist der Fall eines französischen Beamten, welcher wegen Problemen mit seinem Bein ärztlich untersucht wurde. Dabei stellte sich heraus, dass  dieserMensch nur ein Minimalgehirn hat, vergleichbar mit der Größe einer Walnuß ( ich liebe diese griffigen Vergleiche und Assoziationen, obwohl, in diesem Falle natürlich unangebracht). Auf jeden Fall lebte dieser Mann ein ganz normales Familienleben mit Frau und Kindern und einem Job in der Verwaltug. Erstaunlich nicht wahr?

Dann gibt es den Fall eines britischen Mathematikstudenten, IQ 126, auch er mit keinem nennenswerten Gehirn ausgestattet, jedenfalls mit nicht mal einem Zehntel des Durchschnitts von ca 1,4 kg. Auch das gibt zu denken, ob mit oder ohne Gehirntätigkeit. Der Fall wurde übrigens 1980 im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht.

Und es gibt weitere Fälle, viele werden erst zufällig nach dem Tode der Betreffenden entdeckt, da sie ein unauffälliges Leben führten. Es gibt auch Menschen, die nachweislich mit nur einer Gehirnhälfte gut klarkommen.

Nun ja, das ist bekannt, aber was bedeutet das eigentlich? Der Mensch als Non Plus der Schöpfung hat seinen wichtigsten Grundpfeiler verloren. Sein, ach so tolles, Gehirn, welches ihn als Krone der Schöpfung auszeichnet, ist nicht das, was er, mit was auch immer, denkt, was es wäre, das ihn über seine Mitlebewesen erhebt.

Jedenfalls ist es an der Zeit, mal über die Konsequenzen nachzudenken. Was heisst es eigentlich, wenn der Sitz des Denkens, des Bewusstseins, nicht das Gehirn ist? Die Indianer sehen den Ort des Geistes im Herzen, – könnte durchaus stimmen, und die Denkleistung anderer Lebewesen, ist womöglich der unsrigen ebenbürtig, wenn nicht überlegen, in ihrer Art.

Und überhaupt, der Mensch hat’s weit gebracht, in erdgeschichtlich kurzer Zeit. Aber nun hat er sich, Kraft seines  logisch unlogischen denkens? – an den Abgrund manövriert.. Zeit, mit dem Herzen zu denken.. Sinniere ich mal ein wenig.

Tschau und HG


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  1. cassandra2010

    Ja, so ist es wohl. Allerdings ist dies eine alte Forderung…

    “Die deutsche Empfindsamkeit ist eine literarische Strömung der Aufklärung. In ihr stellt sich der moralisch selbstgewisse Bürger, der seine ethischen Grundsätze einem natürlichen Menschsein und damit einer natürlichen Vernunft verdankt, gegen die materielle und ideelle Vorherrschaft von Adel und Klerus. Die Moral des Bürgers gründet sich weder auf religiöse Dogmen noch andere gesellschaftliche Vorgaben, sie ist vielmehr das Ergebnis vernünftigen Nachdenkens eines mit gesundem Menschenverstand ausgestatteten Individuums. Dieser ist dem Adel aber nicht nur moralisch, sondern auch durch die Stärke seiner Empfindung überlegen. Die empfindsamen Prosaisten, Lyriker und Dramatiker sowie ihre Rezipienten erleben einen Gefühlsüberschwang, sind gerührt, in Tränen aufgelöst, ja sie erfahren die Welt mit ganzem Herzen. Zum Gefühlsauslöser kann alles werden, vom Natur- bis zum Kunsterlebnis, von der Darstellung eines gerechten Familienvaters, dessen Familie durch die Willkür eines Fürsten zerstört wird (Lessings Emilia Galotti, 1772), bis zum Selbstmörder, dessen Liebe unerfüllt bleibt, weil sie nicht in eine Ehe münden kann (Goethes Werther, 1774). Auch wenn es äußere Anlässe sind, welche die Rührung auslösen, so sind die inneren Erlebnisse der Protagonisten und der Zuschauer doch das Eigentliche. Das innere Leben des einzelnen Bürgers, seine komplexe Erfahrungsfähigkeit machen ihn zu einem aus sich selbst heraus konstruierten Individuum, mit eigenen Werten, Gefühlen und Wahrnehmungen.”

    aus: http://www.einladung-zur-literaturwissenschaft.de/index.php?option=com_content&view=article&id=455%3A10-3-empfindsamkeit&catid=47%3Akapitel-10&Itemid=55

    Bewegte Grüße
    c2010

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  2. Ostello Jaeger

    oh, ein Kommentar, der war wohl irgendwo hängen geblieben.
    Ja, liebe C, aber das freie Denken ist seitdem wohl wieder enorm eingezäunt oder eingezäumt, oder beides. Vielleicht war das schon immer so. Adel und Klerus sind nun neuen Obrigkeiten gewichen. Dies sind der Glaube an die Allmacht des Geldes, der Eliten und der Schul-Wissenschaft Medizin, der gesellschaftl anerkannten Vordenker &&& begründet auf … Macht und Manipulation und Ängsten, zumeist unbewusst wirksam und subtil angewendet. Irgendwie machen alle mit, weil niemand aussteigen will, der geschürte Glaube an die Altetnativlosigkeit, materielle Werte… you know.
    Nun ja, aber es gibt auch starke Gegenimpulse, freie Denker wie dich und mich zb, und immer neue Alternativbewegungen, so wie es die Grünen mal waren, als sie noch friedensbewegt und basisverbunden, lange her…

    HG

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    1. cassandra2010

      Jau, und der Herrgott hat uns das Herz wohl mit Überlegung nach links gesetzt ;)
      salut

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