Herbstneid

Eines Tages
möchte  ich,
einem Laubblatt gleich,
vom Wind davongetragen werden.
Plötzlich und unerwartet,
trotz des Endes meiner Zeit.
Noch im heiteren Spiel mit einer Bö,
von dem Ast gerissen werden,
auf dem ich gerade sitze.
Um dann,
schließlich sanft
zur Erde zu gleiten,
und  endlich  zu vergehen,

bevor die Kälte kommt.

:(  Danke:/  Danke:)  Danke:)) Danke;)  Danke (10 Bewertung/en: 4.90 von 5 Sternen)

8 Kommentare

  1. Bambulie

    Lieber Harald,

    sehr schön.

    Mit diesen wenigen Zeilen hast Du auf wunderbare Art und Weise den natürlichen Zyklus des Werdens und Vergehens auf den Punkt gebracht.

    Mein Kompliment!

  2. S. Steinebach’s avatar

    Einfach toll, Harald. Das nenne ich echte Poesie!

  3. Espoir57’s avatar

    Das wünschen wir uns alle, lieber Harald…

    dass, wenn wir denn eines (vielleicht Herbst-)Tages von unserem Lebensast gerissen werden, dies unvermittelt, schnell und schmerzlos geschehen möge…

    … nur diesen Wunsch so schön in Worte fassen wie Sie, das können wir meistens nicht!

  4. Ostello Jaeger

    hallo harald,
    auch dein gelungenes gedicht habe ich soeben auf zo kommentiert,
    …ich sehe auf einmal alles doppelt ;)
    hg

  5. Tisass

    Ich sag nur Herzinfarkt. Soll ich dir dafür die Daumen drücken?
    Ich weiß nicht so recht.

  6. cassandra2010

    Ha-rald, das ge-fällt mir, das gefällt mir sogar sehr!!! Einfach wunderbar und beeindruckend.

  7. Harald Blumenau

    Vielen Dank, ihr Lieben!
    So viel Lob, aus berufener Feder, das baut richtig auf! Ich hatte befürchtet, dass die Kernaussage des Gedichts nicht klar genug heraus gearbeitet ist, um so mehr freut es mich, dass die kurzen Zeilen auch so, wie beabsichtigt, interpretiert wurden.

  8. Corina Wagner

    Harald,
    sehr schön, denn ich zumindest… schwebte beim Lesen sekundenlang auf einem Blatt davon, bevor der Ast in die Tiefe stürzte. ;-)
    Liebe Grüße
    und schönes Wochenende
    Corina

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